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Finanzgezwitscher.

13. August 2010 | Kategorie: Allgemein

Mittlerweile verbringen 500 Millionen Nutzer monatlich 500 Milliarden Minuten auf facebook während pro Minute 24 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen werden. Hierzu stellt eine kanadische Werbeagentur die Frage: „ What the f*** is social media NOW?“ Antwort: Nichts anderes als gestern oder vor einem Jahr. Nur kann man es sich bei der Flut an Inhalten und dem enormen Umfang an beisteuernden Individuen kaum noch leisten nicht im Web2.0 aktiv zu sein. Es wäre nicht wünschenswert das Unternehmen (oder die Marke) zu sein auf welches leicht schmunzelnd mit dem Finger gezeigt wird, weil es sich den Zeitgeistveränderungen nicht schnell genug anpassen konnte.

Eine Marke scheint sich nur noch dann etablieren zu können, wenn Kontakt und Kommunikation mit der gewünschten Zuhörerschaft stattfindet. Hierbei aber soziale Medien als Allheilmittel zu betrachten ist bedenklich. Denn unzureichendes Testen von neuen Verfahren und Möglichkeiten und damit verbundenes Verharren in gestrigen Denkstrukturen ist ähnlich unbrauchbar wie einem digitalen Aktionismus zu verfallen, bei welchem traditionelle Ansätze fälschlicherweise verworfen werden.

Ein gutes Beispiel stellen klassische Finanzwebsites mit Börsentickern und Kursdaten dar. Sie haben den Vorteil maximale Geschwindigkeit und minimale Redundanz zu liefern und sind Twitter dabei klar überlegen. Obwohl die Zuhörerschaft in Echtzeit mit der gewünschten Information versorgt wird, beginnt das Potential der sozialen Medien an der Stelle, wo die Möglichkeiten der klassischen Finanzkommunikation enden.

Es geht um die soziale Verarbeitung von Börsenmeldungen, von sachlichen Fakten und Daten. Es geht um Interpretationen und Statements, ferner um Aufarbeitung und aktive Hilfestellung zur Meinungsbildung. Zum Beispiel auf Plattformen wie ‚sharewise‘ wo User die Qualität von Aktientipps bewerten und Vertrauen zu „Beratern“ aufbauen, die ihre Reputation durch aktives, wiederholtes „Richtigliegen“ erst erarbeiten mussten. Und zwar ohne den Anspruch auf Unabhängigkeit. User vertrauen also gezielt auf subjektiv bewertete Information. Netzwerke wie facebook wiederum bieten die Chance, eine emotionale Bindung zu Kunden, Partnern und Interessenten aufzubauen, die über einen rein sachlichen Transaktionscharakter hinausgeht.

Trotz der eindeutigen Diskrepanz zwischen zwei verschiedenen Medienwelten, sollte genau hier eine intelligente Ergänzung anstelle von paralleler Ignoranz stattfinden. Dann sehen wir vielleicht auch bald eine Art „Old Spice Guy“, der dem DAX nicht seine Glaubwürdigkeit stiehlt sondern ihm ein Gesicht schenkt.


Juni: Trotz steigender Temperaturen, sinkende Besucherzahlen.

13. Juli 2010 | Kategorie: Allgemein

Entgegen der sich scheinbar unendlich nach oben bewegenden Temperaturen ist in Sachen Page Impressions und Visits ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Im 7. adorum “Snapshot” (Juni) diesen Jahres zeigen alle betrachteten Finanzwebsites bezüglich ihrer Reichweitenstärke einen Abwärtstrend  auf. Handelsblatt.com konnte allerdings in Sachen Visits und PI FTD.de und ARIVA.de vom dritten auf den vierten Platz verdrängen.

Die aktuellen “Top 3″-Platzierungen lesen sich folgendermaßen:

  • Visits in Mio. (Juni 2010, IVW)

11,94 – OnVista
10,08 – finanzen.net
9,75 – Handelsblatt.com

  • Page Impressions in Mio. (Juni 2010, IVW)

84,33 – OnVista
51,07 – finanzen.net
47,91 – Handelsblatt.com

  • Veränderungen Visits Mai/Juni  (IVW)

-4,26 % – FTD.de
-5,58 % – finanznachrichten.de
-5,99 % – ARIVA.de

  • Veränderungen Page Impressions Mai/Juni  (IVW)

-0,36 % – Handelsblatt.com
-5,22 % – manager-magazin.de
-6,14 % – FTD.de


In aller Kürze: neue Unique-User-Zahlen für die wichtigsten Finanzwebsites

24. Juni 2010 | Kategorie: Allgemein

Die neuen AGOF “internet facts 2010-I” sind seit heute früh veröffentlicht. Die Unique User-Zahlen (nach neuer Berechnungsmethode!) der wichtigsten Finanzwebsites finden Sie in der nachfolgenden Übersicht (Angaben in Mio.):

1,81 – Handelsblatt.com
1,31 – FTD.de
1,23 – finanzen.net
1,01 – manager-magazin.de
0,93 – OnVista
0,77 – wallstreet:online
0,61 – finanznachrichten.de
0,55 – ARIVA.DE
0,29 – Telebörse.de
0,26 – finanztreff.de
0,24 – boerse-online.de
0,19 – boerse.de
0,18 – Der Aktionär


Alles zurück auf “Los!”

24. Juni 2010 | Kategorie: Allgemein

Gestern Abend Torjubel, heute Reichweitenjubel. Heute erscheinen die neuen internet facts der AGOF und nicht nur das; heute beginnt gewissermaßen eine neue AGOF-Zeitrechnung. Denn die AGOF hat gravierende Veränderungen in der Grundgesamtheit ihrer quartalsweisen Untersuchung festgestellt und wird heute Unique-User-Zahlen veröffentlichen, die nur schwer vergleichbar mit denen des Vorquartals sein werden.

Dies sei zum einen dem Umstand der weiter stark gewachsenen Internetnutzerschaft geschuldet und – noch viel wichtiger – trägt zum anderen dem sogenannten Multi-Client-Modell Rechnung. Internetnutzer sitzen heute eben nicht mehr still vor dem heimischen PC, sondern surfen via UMTS beim Bahnfahren, sitzen mit dem Netbook im Biergarten oder shoppen mit dem iPhone. Der dritte Grund ist die Neudefinition der Grundgesamtheit, die zukünftig zur AGOF-Erhebung aus Deutschen, EU-Ausländern und anderen deutschsprachigen Ausländern bestehen wird.

Wir sind jedenfalls auf diese Art des Neuanfangs gespannt und freuen uns bereits auf den Reichweitenjubel von Internetseiten und Vermarktern. Genaues Hinschauen lohnt sich dieser Tage also ganz besonders.


Taugt Twitter als Marktforschungs-Tool?

8. Juni 2010 | Kategorie: Allgemein

Jüngst testete der US-Forscher Noah Smith und sein Team an der Carnegie Mellon University Twitters Potenzial zur Marktuntersuchung. Genauer gesagt wurden mittels spezieller Text-Analysesoftware ca. eine Milliarde Tweets aus den Jahren 2008 und 2009 nach Schlüsselbegriffen und –themen durchstöbert. Am konkreten Beispiel „positive und schlechte Nennungen über Barrack Obama“ erreichte Twitter eine 79-prozentige Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Gallup Telefonumfrage. Daumen hoch.

Im selben Atemzug bleibt allerdings zu erwähnen: Eine solch hohe Korrelation entsteht nur dann, wenn die Web-Community über einen Zeitraum von mehreren Tagen entsprechend viele Meldungen zu einem Thema in Umlauf schickt. Und dass eine rein textbasierte Analysesoftware keinen Sarkasmus identifizieren kann, ist natürlich ebenfalls erwähnenswert.

Als Analyse- und Monitoring-Tool kann Twitter aber allemal überzeugen. Die HP Labs in Palo Alto sind dank Twitter-Auswertungen mittlerweile in der Lage, fast hundertprozentig genaue Prognosen zum Thema Kassenerfolg neuer Kinofilme zu treffen. Beide Daumen hoch.