OPS – Die Trendsetter im Finanzwesen

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Wer schon einmal online geshoppt hat, wird sie kennen und wahrscheinlich auch nutzen: Online Payment Systeme, kurz OPS. Sie versprechen einfache, schnelle und sichere Transaktionen zwischen Kunden und Händlern. Als Mittelsmänner bieten sie sowohl Käufer- als auch Verkäuferschutz an. Aber Vorsicht: Hier hat jeder Anbieter seine eigenen Regeln!

Ein Marktüberblick

Wie schlüsselt sich der Markt der OPS auf? Unangefochtener Branchenprimus ist nach wie vor Paypal(USA) mit  15 Mio. Nutzern in Deutschland. Mit weitem Abstand folgen Anbieter wie Sofortüberweisung (DE) und Amazon Payments (USA). Ab April 2016 wird sich der langjährige Player und Telekom-Tochter ClickandBuy vom Markt verabschieden. Die Härte des Marktes zeigt sich auch bei PayDirekt. Das Angebot eines Zusammenschlusses der deutschen Banken soll den Markt von Paypal und Co. zurückerobern, erzielte jedoch in den ersten Monaten nur magere Ergebnisse.

OPS folgen einem einfachem Prinzip: Sobald ein Kauf über das OPS getätigt wird bucht der Anbieter den entsprechenden Betrag vom Konto des Kunden ab – ohne dass der Händler/Verkäufer weiß, welche Bankdaten der Kunde angegeben hat. Dies vereinfacht die Zahlung für beide Seiten: der Kunde gibt nur einmal seine Daten ein, während der Händler Zahlungen nicht hinterherlaufen muss.

 

Sicherheit – eine deutsche Tugend

Für uns Deutsche steht die Sicherheit des Geldes bei solchen Transaktionen über allem. Hier sei gesagt, dass alle Anbieter einen zuverlässigen Schutz vor Betrügern und Hackern bieten. Händler werden von den OPS überprüft  und somit kommen nur sichere und verschlüsselte Transaktionen zustande.

Beim Datenschutz treten allerdings gewisse Unterschiede aufgrund der Herkunft des Unternehmens auf. Paypal sowie Amazon Payments kommen aus den Vereinigten Staaten, so dass die Daten dort gespeichert werden und den Datenschutzbestimmungen der USA unterliegen. In Zeiten von Abhöraffären und Datenklau-Skandalen der NSA ist es kein gutes Gefühl seine Bankverbindung hier  freizugeben. PayDirekt und Sofortüberweisung unterstehen als deutsche Unternehmen den Datenschutzbestimmungen in Deutschland und speichern diese nicht in anderen Ländern.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Je nach Nutzerverhalten gibt es unterschiedliche Hürden, die man nehmen muss. Die Registrierung für die Käufer ist bei vielen denkbar einfach: Man gibt Name sowie Adresse ein und hinterlegt seine Kontodaten. PayDirekt fordert sogar nur Nutzernamen und Passwort und wird dann direkt mit dem Girokonto verbunden. Jegliche Transaktionen erfolgen dann mit wenigen Clicks. Sofortüberweisung ist nochmal hervorzuheben, da hier keine dauerhafte Registrierung stattfindet, sondern der Kunde jedes Mal seine Kontodaten neu eingibt und über TAN-Verfahren seine Überweisung bestätigt.

Einige der OPS bieten neben der einfachen Nutzung auch Prepaid-Optionen an. Der Kunde überträgt Geld von seinem Girokonto auf sein Nutzerkonto und hat so volle Kostenkontrolle und kann auch Geld weltweit an andere Nutzerkonten versenden.

Für Händler auf der anderen Seite wird es schon schwieriger, weil sie ihre Seriösität beweisen müssen. Während bei Paypal lediglich Geschäftskonten eingerichtet werden, welche alle den gleichen AGB folgen, müssen sich Händler, die Amazon Payments oder PayDirekt anbieten, komplizierten Registrierverfahren und sogar einzeln ausgehandelten Verträgen stellen.

Kunde ist König

Käuferschutz wird oft anders interpretiert und ist nicht immer vorhanden. Während bei Paypal der Schutz immer greift, handeln Amazon Payments und Sofortüberweisung den Käuferschutz einzeln mit den Händlern aus. In manchen Fällen kommt hier keine Einigung zustande. PayDirekt steht seinen Kunden bei Problemen mit der Transaktion oder der Lieferung zur Seite, nimmt Kontakt zum Händler auf und fordert Zahlungs- bzw. Liefernachweise ein.

Alles hat seinen Preis – oder doch nicht?

Zumindest entlasten die OPS enorm die Käuferseite. Kontoführungsgebühren sowie Transaktionsgebühren fallen für die Kunden nicht mehr an, solange der jeweilige Händler keine erhebt. Bei verpassten Zahlungsfristen oder fehlender Kontodeckung kann es jedoch teuer werden: Paypal erhebt in beiden Fällen 4,70 €, Amazon Payments sogar 6 €, während Sofortüberweisung und PayDirekt die Kontodeckung vor der Transaktion prüfen. Händler werden pro Transaktion zur Kasse gebeten (siehe Grafik).

 

Die Zukunft entscheidet

Wer sich für ein OPS entscheidet liegt voll im Trend und spart Kosten. Wie viele das am Ende wirklich sind, hängt von den einzelnen Anbietern ab. Im Fall von PayDirekt muss sich erst zeigen, wie hoch die Akzeptanz der Kunden wird und ob das System mit all seinen angekündigten Vorteilen reibungslos funktioniert. Andere Anbieter können mehrjährige Erfahrung aufweisen und arbeiten bereits an den nächsten technischen Entwicklungen, wie dem Mobile Payment. Fraglich ist auch, wie schnell PayDirekt Entscheidungen fällen kann, wenn sich sämtliche Banken an dem Projekt beteiligen. Mittelfristig werden wohl herkömmliche Zahlungsmethoden noch nicht zu verdrängen sein. Sind die OPS aber erstmal in allen E-Commerce-Bereichen etabliert und Abläufe harmonisiert, werden Käufer und Verkäufer diesen Systemen dauerhaft den Vorzug geben.

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